UMWELT & NATUR

Der Schluphkothener Bruch

von Götz-R. Lederer

Es ist schön anzusehen, wenn man von oben in den Bruch schaut. Fast fühlt man sich an den Donaudurchbruch versetzt, so ragen die schroffen Felsen zwischen den 30 bis 40 Jahre alten Bäumen hervor. Das Ganze wird farblich noch kombiniert mit dem mal grünen, mal tiefblauen See am Grunde des Bruchs. Der Spiegel des Wassers ist fast immer gleich hoch, da das Wasser ständig aber langsam durch das Kalkgestein strömt.

Bis zum Jahre 1958 wurde hier Kalk abgebaut. Seit über 40 Jahren liegt der Bruch still. Theoretisch haben die Kalkwerke eine Option darauf, hier noch weiter Kalk abbauen zu können, im Moment scheint dies aber niemand in Erwägung zu ziehen. Das Gelände ist eingezäunt und wird kaum für Erholungs- und Freizeitzwecke genutzt. Trampelpfade deuten darauf hin, dass der Bruch von Unbefugten betreten wird. Wenn der Sommer besonders heiß ist, dann sieht man unten am Wasser Badegäste, die sich dort verbotener Weise tummeln. Das Badevergnügen ist aber auf längere heiße Sommerperioden begrenzt, der Schlupkothener Bruch ist nämlich im allgemeinen ein Kälteloch.

Am Südrand führt ein befestigter Weg am Bruch entlang, der das ganze Jahr benutzt werden kann. Von diesem Fahrweg aus ist der Bruch gut einzusehen. Dies gilt weniger für den Fußpfad, der im Norden am Bruch entlang führt, der sich aber in feuchten Perioden nicht unbedingt anbietet. Den schönsten Blick in den Bruch hat man vom befestigten Fahrweg im Süden. Die wenigsten Wanderer suchen daher den Weg rund um den Bruch. Wer es wagt, muss am Ende eine längere Strecke an einer viel befahrenen engen Straße entlanggehen (oder besser hüpfen, um den Autos auszuweichen). Dadurch gehen die meisten Besucher am südlichen Ende des Bruches vorbei in Richtung Schlupkothen oder Düsselquelle. Der Bruch wird nur tangiert und bleibt relativ ungestört, obwohl er direkt vor den Toren der Stadt Wülfrath liegt.

Vierzig Jahre lang hat sich daher die Natur ungestört entwickeln können. Seit 1984 ist der Bruch Naturschutzgebiet. Er bietet vielen Spaziergängern Erholung, ohne dass die Natur darunter zu leiden hätte. Eine Nutzung als Touristenattraktion würde dem Gebiet das wichtigste nehmen: seine Ruhe!