ENERGIE & WIRTSCHAFT

RWE torpediert Kraft-Wärne-Kopplung

von Peter Knitsch, Vorsitzender Bündnis90/Die Grünen Kreis Mettmann


Das Image des umweltfreundlichen Stromkonzerns, mit dem sich der Energie-Gigant so gerne der Öffentlichkeit vorstellt, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand.

Das RWE versucht zunehmend, sich in der Öffentlichkeit ein Umweltimage zu verschaffen. Die Zeiten, in denen es ihnen ausschließlich um Gewinnmaximierung gegangen sei, seien vorbei. Selbstverpflichtung zur CO2-Reduktion, Grüner Tarif, Investitionen in regenerative Energien und Energiesparmaßnahmen seien Belege dafür, dass man die Zeichen der Zeit verstanden habe und Umweltschutz ernst nehme.

Der folgende Sachverhalt passt nicht so ganz ins Bild, spiegelt aber die Realität jedenfalls bei der RWE AG wider. Er ist ein schönes Beispiel für die tatsächlichen Praktiken des Konzerns:

Die Stadtwerke Erkrath haben nach jahrelangen Auseinandersetzungen das Stromnetz von der RWE übernommen und versorgen seitdem das Gebiet der Stadt auch mit Strom. Unmittelbar nach der Übernahme des Stromnetzes beschloss der Aufsichtsrat der Stadtwerke, das Fernheizwerk, mit dem ca. 23.000 EinwohnerInnen der Stadt mit Raumwärme und Warmwasser versorgt werden, zu einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage umzurüsten. In der Vergangenheit war dies regelmäßig vom RWE torpediert und verhindert worden.

Bereits die ersten Untersuchungen der Ruhrgas, eine Bewertung der Energieagentur NW sowie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Eversheim-Stuible bestätigten, dass die Umrüstung ökonomisch höchst sinnvoll ist. Die Energieeinsparung liegt bei 40 Prozent, die CO2-Einsparung sogar bei 58 Prozent. Der wirtschaftliche Vorteil der Stadtwerke beträgt je nach Rahmenbedingungen zwischen fünf und vierzehn Millionen DM in zehn Jahren.

Pünktlich zur entscheidenden Aufsichtsratssitzung legte RWE ein Schreiben vor. Darin bietet der Konzern an, die wirtschaftlichen Vorteile der Stadtwerke weitgehend auszugleichen, wenn auf den Bau der KWK-Anlage verzichtet würde. Dies bedeutet nichts anderes, als dass RWE den Stadtwerken den Umweltvorteil der Kraft-Wärme-Kopplung abhandeln wollte. RWE versucht damit, den Ausbau dieser Technik jedenfalls dann, wenn es sich nicht um konzerneigene Anlagen handelt, mit allen Mittlen zu verhindern. Im konkreten Fall blieb das Vorhaben glücklicherweise erfolglos.