NATUR & UMWELT

Putenmast - ein offener Brief

von Sven M Kübler

Lieber Herr Einloos,

Ich gehöre zu den wenigen Umwelt- und Naturschützern, der Ihr Recht auf Planung und möglichen Betrieb einer Putenfarm immer verteidigt hat. Das war nicht leicht, denn die Argumente gegen die Putenfarm sind gewaltig: Nähe zum Düsseltal (FFH-Gebiet), Geruchsemission, Tierschutz, Gefahr durch belastete Feinstäube, Tierquälerei, belasteter Trockenmist etc. - sie werden ja davon schon genug zu hören bekommen haben! Dennoch akzeptiere ich, dass Sie im Rahmen des rechtlich Erlaubten Ihre Planung durchgeführt und nunmehr auch den Bauantrag bei der Stadt Mettmann gestellt haben. Rechtlich wird man vermutlich noch einige Auflagen hinsichtlich Eingrünung, Ausgleichsmaßnahme o.ä. machen können, aber vom Grundsatz ist Ihnen der Bau nicht zu verwehren.

Ich schreibe diesen Offenen Brief, um Sie zu bitten, die Angelegenheit unter einem anderen Aspekt zu sehen: der Nachhaltigkeit und Vorsorge. Die derzeitigen Geschehnisse rund um BSE, Schweineskandal in Bayern und Antibiotika-Verbot bei der Tierhaltung seitens der EU sind Vorboten, dass die Massentierhaltung keine Lobby mehr hat! Weder in der Politik, noch bei den Verbrauchern. Natürlich werden Sie immer noch Massen von Putenfleisch an McDonalds und ähnliche Läden verkaufen können. Aber wie lange noch? Wird man diese Massen Puten - wie von Ihnen geplant - wirklich ohne Antibiotika und andere medizinische Mittel durchbringen können? Ob nicht die Desinfektionsmittel, die Sie zur Reinigung der Anlagen vor dem Neubesatz brauchen, auch in die Kritik kommen können? Sehen Sie nicht auch die Gefahr, dass eine Putenmassenhaltung sehr schnell aufgrund der äußeren Umstände zusammenbrechen kann? Was dann?

Ich denke, dass für Sie heute noch Zeit ist, die Bremse zu ziehen und andere Planung zu beginnen, die Ihren Söhnen eine sichere - aber was ist schon sicher? - Zukunft bieten kann! Putenmast wie auch andere Mast ist mit Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber dem Tier nicht zu verantworten! Stellen auch Sie sich bitte dieser Verantwortung und geben Sie die Planung auf!

BVielen Dank für Ihr Verständnis!