NATUR & UMWELT

Menschenspuren
von Jörn Schneider

Der geplante Skulpturenpfad "Menschenspuren" im Neandertal erregte nicht nur im Landschaftsbeirat die Gemüter. Kunst im Neandertal war schon immer ein sehr heikles und sensibles Thema, seit Herr Bödecker im Bahnhof Neandertal im Landschaftsschutz-gebiet anfing, Kunstwerke aufzustellen und ein Anwohner der Prof.-Sudhoff-Straße Autowracks als Kunstobjekte verrotten läßt.

In diesen Fällen bemühte sich die Landschaftsbehörde sehr intensiv um die Eingrenzung von Schäden an Natur und Landschaftsbild, auch wenn sie in beiden Fällen letztendlich scheiterte. Gebrannte Kinder scheuen angeblich doch das Feuer, sollte man glauben, nicht jedoch die Herren Freund und Serwe als Verantwortliche für die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Mettmann.

Kunst im Laichbereich der Bachschmerle, einer bedrohten Fischart und dem Lebensraum der Bachforelle und des Edelkrebses brachte im Beirat das Fass zum Überlaufen. Nicht die Kunstobjekte an sich stießen auf Widerstand, denn diese sind zum größten Teil aus natürlichen Materialien und fügen sich in die Natur ein. Beanstandet wurden die Folgen der Aufstellung. Die Kunstwerke sind zum Begreifen gedacht. Damit werden Besucher in Bereiche gelockt, die heute wegen ihrer Schutzwürdigkeit zum Teil abgesperrt sind. Der gusseiserne Mann in der Düssel lädt ja geradezu ein im Sommer im Fluss zu spielen. Die Bachschmerle würde durch diese Störungen auf Dauer dort vertrieben. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass das Neandertal schon heute an die Grenzen der Belastung durch die Naherholung gestoßen ist. Eine weitere "Attraktivierung" erhöht den Druck auf das Naturschutzgebiet noch weiter.

Die schon lange im Beirat geforderte Besucherlenkung läßt dagegen noch immer auf sich warten. Darum haben sich die verantwortlichen Herren Freund und Serwe bisher nicht richtig gekümmert. Daher blieb den Mitgliedern im Beirat nichts anderes übrig, als den Skulpturenpfad abzulehnen.