UMWELT & NATUR

L239: Neubau ist vom Tisch!
Götz-R. Lederer

In der letzten BUNDnessel hatten wir noch über die L239 zwischen Mettmann und Ratingen berichtet. Mittlerweile steht der umstrittene Neubau mitten durchs Schwarzbachtal nicht mehr auf dem Landesstraßenausbauplan für 2002.

Die Grünen im Land haben sich durchgesetzt. Susanne Stocks, die Fraktionschefin der Ratinger Bündnisgrünen lobte die Landtagsabgeordneten Oliver Keymis und Peter Eichenseher, denen es zu verdanken sei, dass der drei Kilometer lange und 20 Millionen Mark teure Neubau der L 239 nicht mehr im Landesstraßenausbauplan für 2002 auftaucht. In der Vergangenheit hatten sich die CDU-Mehrheit in Ratingen, Mettmann und der Landschaftsverband Rheinland für den Neubau ausgesprochen.

Keymis, in seiner Fraktion zuständig für Straßen: "Ich freue mich, dass die Zerstörung des Schwarzbachtales in letzter Minute von uns verhindert werden konnte." In Verhandlungen mit der SPD im Landtag sei vereinbart worden, die L 239 nicht ins Ausbauprogramm für 2002 aufzunehmen. Im kommenden Jahr wird allerdings erneut über die "Höherstufung in den vordringlichen Bedarf" verhandelt. Susanne Stocks sieht nun die Chancen für die schnelle Realisierung der Westumgehung in Lintorf gestiegen. Sie rechnet damit, dass bereits im nächsten Jahr die Planungen soweit fortgeschritten seien, dass Gelder für den Bau zur Verfügung gestellt werden könnten. Das könne letztlich auch das Ende der L 239-Pläne bedeuten, die gleichzeitig dem Land als vordringlich gemeldet worden war.

Im August hatte sich die Bürgerinitiative "Rettet das Schwarzbachtal" gegründet. Ihr gehören Vertreter von BUND, Grüne und SPD an. Sie wandten sich gegen den Neubau einer 13 Meter breiten Asphaltpiste, die täglich "über 10 000 Fahrzeuge" anlocken würde. Der Neubau würde auch zu Mehrbelastungen im innerstädtischen Bereich von Ratingen führen, vor allem auf der Industriestraße und dem Europaring.