VERKEHR

Massive Lärmsteigerung an der K20n
Keine wahrnehmbare Lärmentlastung durch K20n an Parkstraße, Thunbuschstraße und Hochstraße
Andreas Rehm (GAL)

Das Hauptargument für die Ortsumgehung K20n um den Ortsteil Haan-Gruiten ist die zu erwartende und bestehende Verkehrsbelastung auf der derzeitigen Ortsdurchfahrt über die Parkstraße, Thunbuschstraße und Hochstraße. Auf Grundlage des Erläuterungsberichtes des Ingenieurbüros Josef van Soest vom 23.10.2000 hat die GAL Haan eine Schallprognose erstellen lassen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Verbesserung der Lärmsituation durch Reduzierung des Straßenverkehrs erst ab einer Verringerung der Lärmbelastung von 5 dB von den Betroffenen als Verbesserung wahrgenommen werden (Anmerkung: 8 dB bis 10 dB Schallpegelverringerung entsprechen einer Halbierung der Lautstärke!) Die Schallprognose zeigt, dass durch den Bau der Ortsumgehung K20n, eine maximale Verbesserung der Lärmsituation von 4 dB, ausschließlich direkt an der Ortsdurchfahrt, zu erwarten ist. Es ist folgerichtig festzustellen, dass die Ortsumgehung zu keiner wahrnehmbaren Verbesserung der Situation beiträgt. Im Gegenteil, aufgrund der Streckenführung der K20n werden weitaus mehr Bürger des Ortsteiles Gruiten durch zusätzliche Lärmbelastungen betroffen. Aufgrund der Ergebnisse der Schallprognose ist der Sinn einer Investition von ca. 14.500.000 DM in Frage zu stellen. Wir fordern konsequenterweise den Verzicht auf den Bau der K20n.

Für die Stadt Haan bringt die Umwandlung der jetzigen Ortsdurchfahrt von einer Kreisstraße in eine Gemeindestraße, einschließlich der geplanten Brückenstraßen-Verlängerung zukünftig aber auch noch weitere Kosten durch

Auch diese Gelder könnten im Ortsteil Gruiten sinnvoller verwendet werden, als zur Reduzierung der Lärmbelastung unterhalb der allgemeinen Wahrnehmungsgrenze.

Berechnungsergebnisse

Die Berechnungsergebnisse sind in Lärmkarten mit Flächen gleicher Pegeldifferenzen dargestellt. Die Darstellung erfolgt für das Jahr 2015 für die einzelnen Geschosse getrennt als Differenz aus Beurteilungspegel mit Umgehungsstraße und ohne Umgehungsstraße. Daraus ergibt sich bei negativen Vorzeichen eine Verbesserung der Lärmsituation und bei positiven Werten eine zusätzliche Lärmbelastung durch den Bau der Umgehungsstraße K 20 n.


Voraussichtliche Lärmentwicklung in Gruiten (vereinfachte Darstellung):
die rote Fläche kennzeichnet eine geringe Lärmentlastung von -4dB,
die blaue Fläche eine zusätzliche Lärmbelastung von 8 bis 18 dB

Auswertung

Die höchste Beurteilungspegelminderung, die durch den Bau der K20n zu erwarten ist, beträgt - 4 dB. Dem entgegen steht eine Beurteilungspegelzunahme von bis zu 15 dB an den Wohnhäusern der Straßen: Gartenstraße Blumenstraße Weite Teile des Ortskernes werden zukünftig von allen Seiten mit Verkehrslärm beaufschlagt. Bisher ruhige Gärten, die von der Straße abgewandt sind, liegen dann im Einwirkungsbereich der K 20 n. In der Veröffentlichung "Berechnung und subjektive Wahrnehmung der Lärmpegeländerung aufgrund einer neu erstellten Umgehungsstraße" (Zeitschrift für Lärmbekämpfung März 2000), kommen die Verfasser Dr.-Ing. Schew-Ram und Dipl.-Ing. Clemens Lutz vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik zu folgendem Ergebnis: "... Korrelationen zwischen Mess- und Befragungsergebnissen haben gezeigt, dass erst eine Reduzierung des Lärmpegels um etwa 5 dB(A) von Befragten als eine Verbesserung empfunden worden ist.” Ergebnis Durch den Bau der Umgehungsstraße K20n werden weitaus mehr Anwohner durch zusätzlichen, erheblichen Verkehrslärm belastet, als Anwohner entlastet. Die Lärmminderung wird subjektiv nur von einer sehr geringen Personenanzahl wahrgenommen. . Andreas Rehm (GAL)