VERKEHR

Eine Bahn für Velbert!
von Renate Schikora

Mit einem Trassenfest wandte sich das Bündnis ,,Runder Tisch Niederberg-Eisenbahn" an die Bürger. Es will wieder eine Bahn in Velbert haben.

Mit dem vielversprechenden und stark demonstrativen Spruch ,,Die Bahn kommt!" erregte das Bündnis ,,Runder Tisch Niederberg-Eisenbahn" viel Aufsehen. Das Trassenfest auf den Schienen rund um den alten Tönisheider Bahnhof war der erste Aktionstag, mit dem sich das Bündnis direkt an die Bevölkerung wandte und deren durchaus positiven Meinungen ernten konnte. Schließlich ist weder in Velbert noch in Wülfrath oder Heiligenhaus eine Anbindung an den Schienenverkehr vorhanden.

,,Wenn wir abends aus Velbert mal nach Düsseldorf wollen, wäre es mit der Bahn sicher komfortabler und wesentlich schneller", so eine Jugendliche. Dem Bündnis gehören Parteien, Jugendverbände, Vertreter von Pro-Bahn, Umweltschutzgruppen und Gewerkschaften an, die vor dem Fest zu einer Trassenwanderung eingeladen hatten. Nostalgisch gingen die Wanderer auf den Schienen entlang und den meisten wurde bewusst, dass sie sich gar nicht mehr an den Schienenverkehr erinnern konnten. Vor rund 50 Jahren wurden zum letzten Mal Personen auf den Schienen durch Velbert und Umgebung befördert, und es sind 115 Jahre vergangen, seit die erste Lok durch Niederberg dampfte.

Die Aussichten für die Wiederbelebung der Niederberg-Eisenbahn stehen so gut wie lange nicht mehr: Fast alle politischen Instanzen - vor allem der Wülfrather Stadtrat - haben sich für die Bahn ausgesprochen. Zur Zeit überprüft ein Gutachten des Kreises Mettmann die Notwendigkeit für diese Bahnverbindungen nach Wuppertal und Düsseldorf. Nach Aussagen verschiedenster Verkehrsexperten ist die Bahn das Verkehrsmittel der Zukunft, da sie verkehrs- und witterungs-unabhängig fahren kann. Die Velberter bauen auf diese Prognosen, aber sie setzen sich auch aus Nostalgiegründen für die Instandsetzung der Eisenbahnstrecke ein. Das Trassenfest wurde zwar noch in einem kleinen Rahmen gehalten, aber die Tönisheider haben sich dabei deutlich zu ihrer Eisenbahn bekannt. Bei Kaffee und Kuchen setzten sie sich mit den zahlreichen Spekulationen - unter anderem von dem Bau eines Supermarktes auf der Trasse - auseinander. Der Wert der Schienen für die Velberter wurde deutlich, als rund zehn Meter der Trasse unter dem Motto ,,Die Trasse ist uns Gold wert" mit Goldbronze verschönert wurden.