MENSCH & TECHNIK

"Bürgerenergie" in Haan
Sonne statt Wind
von Sven M. Kübler

1997 in Gruiten: ein bereits aufgestelltes Windrad mußte wegen Planungs- und Genehmigungsfehlern wieder abgebaut werden. Nach diesem Debakel taten sich einige engagierte Bürger zusammen, um an einem anderen Standort ein Windrad zu errichten. Ihnen ging es dabei um den Wunsch, erneuerbare Energie lokal zu erzeugen.

Aus verschiedenen Gründen konnte jedoch auch dieses Projekt nicht realisiert werden. Die Bürger gaben aber nicht auf, sondern suchten ein vermeintlich weniger problematisches Projekt: Die Solarenergie. Der Gedanke hierbei: Bürger investieren mehr oder weniger große Geldbeträge, kümmern sich um Zuschüsse, Darlehen, um die Auswahl der Anlage und der Lieferfirmen. Auch die entsprechenden Anträge beim Stromversorger etc. wurden gestellt.

Gesucht wurde auf der anderen Seite ein Standort, an dem ca. 250 m² Solarfläche aufgebaut werden konnte. Erfreulicherweise fand sich mit der Firma Haaner Felsenquelle an der Flurstraße schon bald ein Partner. Der Getränkehersteller, der für sein umweltfreundliches Handeln 1999 mit dem BUND-Umweltpreis ausgezeichnet worden war, erklärte sich bereit, sein großes Hallendach für den Aufbau und Betrieb zur Verfügung zu stellen.

Nun stellte sich die spannende Frage, ob im Land NRW noch genügend Zuschüsse bereitstehen. Überraschend schnell kam diese Zusage, und man ging nun munter an die nächsten Schritte. Wie wäre es, wenn sich Verwaltungsspitze und Politik hinter so ein Projekt stellten? Der Bürgermeister Martin Mönikes sowie die Fraktionsvorsitzenden der Parteien wurden angeschrieben. Auch beim Bauministerium wurde angefragt, ob man sich für ein solches Projekt interessiere.

Der Bürgermeister hat erst gar nicht geantwortet, sondern unsere Schreiben an die Bauverwaltung weitergereicht, auf Nachfrage kam dann eine trockene Absage. Nicht einmal ein Satz, dass man das Engagement begrüßt, viel Glück wünsche oder das Rote Band durchschneiden möchte! Nein, schlicht, man will sich nicht beteiligen. Auch von den anderen Stellen kam keine Reaktion.

Bedauerlich, dass sich Politik und Verwaltung so wenig um ein solches innovatives Projekt kümmern. Als hätten wir in Haan überhaupt nichts mit der Klimakatastrophe zu tun! Müssen wir uns nicht um die Themen der Erneuerbaren Energien und der lokalen, dezentralen Stromerzeugung kümmern? Natürlich ist das Projekt einer 30 kW-Anlage nur ein kleiner Schritt. Aber es soll ja gerade demonstrieren, dass alle auch mit kleinen finanziellen Mitteln handeln können. Die Untätigkeit unserer Politiker und Verwaltungsbeamten soll uns aber nicht davon abhalten, dieses Projekt zum Erfolg zu führen.

Sonne statt Wind - Mitmachen erwünscht!

Wir suchen noch Menschen, die sich an unserem Projekt beteiligen wollen. Nicht nur Haaner, sondern auch aus anderen Städten. Bitte nehmen Sie möglichst bald Kontakt mit uns auf. Die Bürgerenergie Haan GbR mit Haftungsbeschränkung ist telefonisch erreichbar unter
0 21 29 / 29 81
Ansprechpartner ist Geschäftsführer Frank Wolfermann. Noch in diesem Jahr wird eine Photovoltaik-Anlage mit mindestens 20 kWp errichtet.

Ab € 511,29 (das waren mal 1000 Mark) sind Sie dabei! Wir versprechen keine hohe Rendite, erwarten aber mindestens 3 Prozent.
Unsere Homepage: www.buergerenergie-haan.de